Rezept: Kokos-Sahnekuchen

Kokos-Sahnekuchen

Schnell fertig und super lecker

Da mein am Wochenende gebackener Kuchen, der gleichzeitig meine erste Eigenkreation war (das Basis-Rezept war ein Zitronenkuchen), so gut ankam, hier die Bauanleitung. Der Kuchen ist wirklich schnell fertig und die meisten Zutaten hat man sowieso immer zuhause – einzig bei der Sahne musste ich auf den Online-Versand zurückgreifen.

Zutaten


  • 225 g Weizenmehl
  • 175 g Zucker (für den Teig)
  • 50 g Zucker (für die Sahne-Creme)
  • 270 ml Wasser
  • 1/2 TL Backpulver
  • 4 EL Rapsöl
  • Kokos-Streusel
  • 1 Packung aufschlagbare pflanzliche Sahne (250 ml)
    Empfehlung: Rich Schlagsahne

Zubereitung

  • Mehl, 175 g Zucker, Backpulver, Wasser, Schuss Kokos-Streusel und Öl mit einem Küchengerät zu einer Masse schlagen.
  • Rührmasse in eine Springform gießen und bei 180°C, ca. 25 min backen – nach 20 Minuten immer wieder die Stichprobe machen bis kein Teig mehr hängen bleibt.
  • Wenn der Teig fertig ist, im Backrohr bei leicht geöffneter Tür noch zehn Minuten nachwärmen lassen.
  • Danach Kuchen aus dem Rohr nehmen und weiter abkühlen lassen.
  • Wenn der Teig abgekühlt ist, die Sahne mit Zucker aufschlagen und über den Teig streichen.
  • Zu guter Letzt, die Kokosstreusel großzügig auf den Kuchen verteilen.

 

“Wir müssen den Dreh in die ethische Richtung hinbekommen” – Christian Vagedes im Gespräch

Christian Vagedes ist Buchautor, Designer und Vorsitzender der Veganen Gesellschaft Deutschland. Mit Aktionen und Kampagnen versucht er Aufklärungsarbeit für eine vegane Lebensweise und deren Vorteile zu leisten. Nach mehrjähriger Arbeit ist sein Buch veg up seit Herbst im sicht-Verlag erhältlich. Ein Interview über das Thema Veganismus, Öffentlichkeitsarbeit und einem langen Weg zum Ziel von Franz Dumfart.

Foto Christian Vagedes


solife.cc: Hallo Christian, mit ethischem Antrieb versuchst du täglich Menschen aufzuklären und für ein tierleidfreies Leben zu begeistern. Euer Verein scheint sich innerhalb weniger Monate gut entwickelt zu haben und zeigt allerorts Präsenz. Wer für eine, in der Gesellschaft meist unverstandene Lebensweise, eintritt, steht zwangsläufig im Mittelpunkt der Kritik. Wie gehst du mit diesem Druck um und motivierst dich Tag für Tag?
Christian Vagedes: Neulich meinte jemand mal, dass ihn das mit der Kritik an die Frühgeschichte der Grünen erinnere, in der es hieß: Kopf raus, Rübe ab. Auf deutsch: Wer sich wirklich engagiert und was unternimmt, wird auch eher kritisiert als der Andere, der zwar viel redet und kritisiert, aber selbst nichts unternimmt. Ich gewöhne mir mehr Gelassenheit an und was mich antreibt sind die Menschen, die wir mit unserer Arbeit begeistern. Und wenn man sieht, dass sich Menschen zurückmelden, die aufgrund des Engagements erst vegan geworden sind – das steigert meine Freude und Motivation um so mehr.
solife.cc: Duve und Foer haben mit ihren Büchern viele Menschen zum Umdenken bewegt. Aufgrund des inkonsequenten Fazits beider Autoren (Vegetarisch in Ordnung, Vegan richtig, aber schwierig und deshalb für beide nicht denkbar) richten sie aber auch Schaden an. Wie siehst du diese beiden Phänomene und ihre Massenwirkung?
Christian Vagedes: Beide Bücher sind historische Meilensteine in ihrer Wirkung gegenüber Menschen, die sich mit dem Thema noch nie auseinandergesetzt haben. Ich teile aber die Kritik und gehe deshalb mit veg up. die veganisierung der welt einen Schritt weiter. Mein Buch zeigt klar, dass die Veganisierung der Welt ein logischer und konsequenter Schritt aufwärts in unserer Evolution ist. Ich nenne einige prominente Kronzeugen wie Charles Darwin und Rudolf Steiner.
solife.cc: Ernährungs-Gewohnheiten sind tief verankerte Aspekte im Leben eines Menschen. Für einen Großteil der Verbraucher ist der Umstieg auf eine vegane Lebensweise schlicht unvorstellbar. Sind daher Zwischenschritte, beispielsweise ein vegetarischer Tag in der Woche, ein notwendiger Anfang oder siehst du darin eine Legitimierung einer grundlegend falschen Lebensweise?
Christian Vagedes: Die Frage lässt sich nicht leicht beantworten: Wenn es Zwischenschritte sind, sind auch diese begrüßenswert. Wer bei den Zwischenschritten stehen bleibt, bewegt sich zu wenig, während gleichzeitig Menschen hungern, Tiere leiden und der Regenwald weiter gebrandschatzt wird. Deshalb bekommt man manchmal Bauchweh, wenn man sieht, mit welcher Geduld manche Minischritte zu großen Taten erklärt werden. Andererseits führen auch kleine Schritte vorwärts.
»Im Moment gibt es immer mehr Menschen, die von heute auf morgen vegan werden und das erkennen, was Gandhi den Geist der Wahrheit genannt hat, dass alles zusammengehört, dass Tiere Schmerzen empfinden, dass Menschen hungern, weil wir die falsche Ernährung haben”
Christian Vagedes in der taz
solife.cc: In einem Spiegel-Bericht stolperte ich über ein interessantes Zitat. Sinngemäß ging es darum, dass kein Leben und kein Gewinn in unserer konstruierten Gesellschaft möglich ist, ohne des Leidens eines anderen Lebewesens dafür. Wo beginnt und endet dein Anspruch, dein Leben soweit es möglich ist ethisch und nachhaltig zu bestreiten? Wo machst du Abstriche?
Christian Vagedes: Mein persönliches Ziel habe ich so definiert: Ich tue das, was für mich ethisch möglich ist und versuche mein ethisches Verhalten zu steigern. So trinke ich, wenn ich Kaffee trinke, gezielt bio und fair gehandelten. Wenn möglich versuche ich vegan immer mit bio und fairtrade zu kombinieren. Der Autor des Spiegels mag recht haben und umso mehr sollten wir uns jetzt mit vereinten ethischen Kräften darum bemühen, dass wir eine Schubumkehr hinbekommen. Es kommt im Moment darauf an, dass wir den Dreh in die ethische Richtung hinbekommen und ich bin mir sicher, dass wir das schaffen, wenn wir Menschen begeistern und wachrütteln.
solife.cc: Im Sommer endete der österreichische Prozess gegen 13 (Tierschutz-)Aktivisten. Wie hast du das Verfahren wahrgenommen und welche Schlüsse kann man aus den Freisprüchen ziehen?
Christian Vagedes: Was da lief war ein Zurück in die dunkle Vergangenheit totalitärer Zeitabschnitte. Doch Recht und Gerechtigkeit haben gewonnen. So einfach, wie die Lobbys sich das vorstellen, geht das heute nicht mehr. Wir müssen aber alle wachsam sein und ich fordere jeden einzelnen Menschen genau dazu auf.
solife.cc: “Eine vegane Lebensweise zerstört viele Industriezweige und somit Existenzen. Ein Bio-Bauernhof tut nun wirklich niemandem etwas” – Was sind deine Antworten auf solche und ähnliche Aussagen – wäre ein Umstieg auf biologische Produkte als erster Schritt denkbar?
Christian Vagedes: Wenn man sich alles genau durchrechnet kann man bio für alle nur machen, wenn wir die Landwirtschaft veganisieren. Bio nur für wenige ist unsozial. Leider werden auch auf Biobauernhöfe Tiere so behandelt, wie das Gewaltallergiker wie ich nicht mehr ertragen können und länger dulden möchten. Bio-vegan ist klasse. Keine Frage.
solife.cc: Immer wieder kann man via Facebook verfolgen wie diverse ideologische und auch persönliche Streitereien zwischen Veganern öffentlich ausgefochten werden. Trennst du deine Meinung als Privatperson ganz klar von der des Vorsitzenden? Ist dies im Internet überhaupt möglich bzw. zielführend für ein positives Bild nach Außen?
Christian Vagedes: Manchmal muss ich mich vielleicht im Interesse des großen Ganzen bändigen, aber um authentisch zu sein, bleibe ich schon ich selbst. Es gibt Stimmen, die wollen alles, was ich schreibe oder was ich sage vorher abstimmen lassen – da mache ich allerdings nicht mit. Da ich voll und ganz hinter den Zielen und Aufgaben der Veganen Gesellschaft Deutschland stehe, fällt es mir sehr leicht, da in keine Konfliktsituationen zu kommen. Nicht jeder Streit ist identisch mit Kampf. Streit kann sehr produktiv sein, wenn man zueinander findet und etwas dabei herumkommt. So hat unser Engagement gegen die Teilnahme eines Weltmilchkonzerns auf der Veggieworld zwar auch ein paar Leute irritiert, die Angst davor haben, dass angeblich bestimmte Konzernvertreter sie schräg angucken, was ich nicht glaube, aber letztlich hat der Vegetarierbund dann doch eingelenkt und hat diesen Konzern fürs nächste Mal nicht erneut eingeladen. Dieser Streit war also produktiv, wenn auch für mich nicht das schönste Ereignis der letzten Monate. Man muss unterschiedliche Standpunkte vertreten können und wenn man Chancen auf Änderungen sieht, lohnt es sich, die auch konsequent einzufordern.
solife.cc: Wie sieht deine Vision für ein Deutschland im Jahre 2020 aus? Welche Veränderungen müssten eingetreten sein, damit du zufrieden auf die letzten zehn Jahre Arbeit zurückblicken kannst?
Christian Vagedes: Die Ernährungslügenfassade ist in sich zusammengebrochen. Nicht zuletzt, weil sich der Zusammenhang zwischen Tierprotein und Überflusskrankheiten herumgesprochen hat. Überall gibt es vegane Supermärkte und vegane Kindertagesstätten, vegane Mensen, Schulkantinen usw. Die Subventionierung von Fleisch und anderen nichtveganen Produkten ist abgeschafft und vegane werden gefördert. Den Krankenkassen geht es wieder besser, da weniger Menschen erkranken. Da, wo es noch nicht vegane Produkte gibt, ist es vielen Menschen bereits peinlich, nichtvegane Produkte einzukaufen. Durch die Veganisierungstendenzen im Westen keimt die vegane Idee auch in Asien massiv auf, vor allem in Japan und China entdeckt man die vegane Tradition und den veganen Modernismus. Die Veganisierung führt zu mehr Gerechtigkeit in der Verteilung von Nahrungsmitteln und zu einem Wirtschaftsboom – so bekommt die Veganisierung einen Globalisierungscharakter. Besonders schön ist zu sehen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika sich kulturell erneuern und die Veganisierung den Amerikanern dabei hilft, die positiven Aspekte ihrer Geschichte wieder in das Weltgeschehen einzubringen. Im Osten knüpfen die Russen an der Tolstoi-Tradition an und insgesamt erlebt die Kultur einen Aufschwung. Die veränderte Ernährung und ein sichtbar werdendes besseres Verhältnis zur Tierwelt führt auch zu einer Belebung des geistigen Austausches der Menschen und ihrer Kulturen, zwischen Osten und Westen, zwischen Norden und Süden.

Weiterführende Links

Kälber würden Heumilch trinken, wenn sie denn könnten

Cover Heumilch-Werbung

© billa.at Heumilch-Broschüre

Sehr geehrtes BILLA Marketing-Team,

seit ich Ihre Heumilch-Kampagne zum ersten Mal gesehen habe, wehrt sich mein Hausverstand zu glauben, was der von Ihnen propagierte zu sagen meint. “Kälber würden Heumilch kaufen” heißt es dort auf der Titelseite einer 16-seitigen Broschüre. Mit seinen dunklen Augen sieht mich ein außerordentlich glückliches Kalb an, welches gerade dabei ist, sein Maul zu säubern. Man könnte schlussfolgern, dass das Tier gerade gesunde Heumilch zu sich genommen hat. Abgerundet wird die Szene von der nahezu perfekten österreichischen Idylle: Berge, Wiesen und eine kleine Hütte.


Auch die Folgeseite mit dem großflächigen Alpenblick lassen keinen Zweifel aufkommen: Hier wird Gutes getan und dafür geworben. Direkt aus dem Salzburger Tennengau erhalten wir gentechnikfreie Milchprodukte von gesunden Mutterkühen, welche lediglich Heu aus Wiesengräsern und frischen Kräutern zu sich nehmen. Selbst das Marketing-Team von Milka, müsste diesem abgerundeten Bild vollen Respekt zollen.

Durch Ihre informative Broschüre und einer Recherche im Internet konnte ich folgende Dinge über Heumilch in Erfahrung bringen:

  • Heumilch ist Muttermilch von weiblichen Rindern für ihre Kälber, welche nach vorgeschriebenen Kriterien “hergestellt” wird.
  • Die Kuh darf dabei nicht mit Silage und anderen gärenden Futtermitteln gefüttert werden. In den Kuhmagen kommt, was die frische Wiese hergibt.
  • Auch die Verfütterung von Futtermitteln tierischen Ursprungs sowie von bedenklichen, industriellen Nebenprodukten ist verboten.
  • Die produzierte Milch ist außerdem kontrolliert gentechnikfrei und selbst der Boden, auf dem die Kuh weidet, wird nach bestimmten Dünger-Richtlinien begutachtet.
  • Am Ende soll die gewonnene Milch gesünder sein (höherer Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren), Kleinkinder können das Produkt besser vertragen und Geschmacksfehler treten seltener auf.

Die trügerische IdyleDas klingt wirklich nach einem guten qualitativen Produkt österreichischer Landwirtschaft. Kleinbauern die noch auf natürliche Art und Weise ihre “Produkte” gewinnen, sollen dadurch geschützt werden, das Qualitätsbewußtsein der Menschen angeregt und natürlich auch die Lebensbedingungen der Tiere verbessert werden. Wieder muss ich auf die Titelseite Ihrer Broschüre blicken. Ist Heumilch bzw. Kuhmilch im Allgemeinen, nicht eigentlich die Muttermilch des Kalbes und nicht für die Menschen gedacht? Oder anders formuliert: Produziert die Mutter-Kuh die Milch nicht ausschließlich für ihren Nachwuchs?

Eine weitere Recherche über Milchproduktion in unserer heutigen Zeit führte folgendes zutage:

  • Direkt nach der Geburt werden die Kälber von ihren Müttern getrennt.
  • Meist in Einzelkäfigen gehalten, erhalten die Neugeborenen in den ersten Tagen die Milch ihrer Mutter (abgepumpt vom Menschen), danach billige, „normale“ Milch. Nach zwei bis drei Monaten muss das Jungtier soweit sein und Heu zu sich nehmen.
  • Nach acht Wochen kommen die Kälber in die Rinder-Gruppe. Meist werden männliche Kälber nach 12-18 Monaten geschlachtet, die weiblichen müssen nach 18 Monaten bereit für die erste Besamung sein. Diese Werte varrieren sehr stark. Klar ist jedoch, dass je nach Geschlecht der menschliche Nutzen bestimmt wird und somit das Schicksal des Tieres.
  • Die tägliche Milchmenge der Mutter-Kuh steigt nach der Geburt des Kalbes zunächst an, erreicht nach vier bis sechs Wochen ihr Maximum und fällt dann ab. Sobald der Sexual-Zyklus der Kuh wieder beginnt und es zum ersten Eisprung kommt, wird die Kuh wieder belegt. Meist durch künstliche Befruchtung.
  • Über 300 Tage im Jahr soll die Kuh im Idealfall Milch geben.
  • Das natürliche Alter eines Rindes beträgt 20 Jahre. Eine Milchkuh erreicht oftmals nur weniger als die Hälfte, da der Körper des Tieres durch den Kreislauf der Besamung-Schwangerschaft-Milchgabe meist völlig erschöpft und ausgelaugt ist.
  • Es gibt unzählige Studien, die beweisen, dass Milch für den Menschen nicht lebensnotwendig ist und sogar schädlich sein kann. Wie unvollkommen wäre die Natur auch, wenn ein Lebewesen wie der Mensch auf die Muttermilch eines anderen Lebewesens angewiesen wäre?
„Schmeckt der Kuh das Futter, gibt’s beste Heumilch und Butter.“
Billas Bergbauernregel Nr. 3

Mein Hausverstand sagt mir, dass dieser Vorgang nicht dem natürlichen Trieb und der Lebensweise des Tieres entspricht und sich der Mensch hier seit Jahrhunderten am Tier schadlos bedient. Der Begriff “Nutztier” wird gerne in unserer Gesellschaft für das legale Unterdrücken und Beherrschen von Tieren verwendet. Es versteht sich von selbst, dass diese Art der Tierhaltung, jener vorzuziehen ist, wo in großen Lagerhallen hunderte Kühe auf engstem Raum im Halbdunklen vegetieren. Es ist gut möglich, dass bei der Gewinnung von Heumilch mancher dieser ausbeuterischen Methoden in entschärfter Form durchgeführt werden, jedoch stellt es wiederum eine weitere Form der legalisierten ökonomischen Ausbeutung durch den Menschen dar. Dies soll jedoch nicht Ihre Sorge sein liebes Marketing-Team.

Rind Nummer 19709

Rind Nummer 19709

Ich frage mich, wie folgende Sätze in Ihrer Broschüre mit der Realität vereinbar sind:

  • “Tausende glückliche Milchkühe haben sich an den saftigen Wiesen und Almen […] erfreut und fleißigen Bergbauern ihre reinste Heumilch anvertraut” – „Anvertraut“ bezeichnen Sie also den Prozess der belastenden Trennung des Kalbes von seiner Mutter und dem wochenlangen, meist maschinellen, Abpumpen durch den Menschen?
  • “Die Herstellung von Heumilch erfolgt heute noch genau so wie schon vor Jahrhunderten: im Einklang mit der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten” Ihre Erläuterung vom Einklang der Natur beginnt dann Fragen aufzuwerfen, wenn eine Kuh aufgrund von jahrelanger Dauerbelastung verfrüht stirbt. Sieht der natürliche Prozess außerdem vor, dass Muttermilch von anderen Säugetieren als dem Eigenen konsumiert wird?
  • “Und weil die Kühe daran ihre reinste Freude haben, danken sie es uns mit reinster Milch” „Sie danken es uns mit der Milch für ihre Jungen?“ – ich bitte Sie.

Zu guter Letzt lese ich noch einmal Ihren Slogan “Kälber würden Heumilch kaufen”. Ich denke, sie würden es nicht kaufen wollen. In erster Linie würden sie es gerne von ihren Müttern trinken. Genauso wie ein Neugeborenes, die lebensnotwendige Milch ihrer, durch die Geburt erschöpften aber überglücklichen Mutter, erhält. Ich denke diese Kälber würden gerne länger als ein paar Minuten bei ihren Müttern verbringen. Ich denke auch nicht, dass sie, je nach Geschlecht getrennt, früh oder an Erschöpfung durch Würfe im Akkord, viel zu bald sterben wollen.

Sie liebes Marketing-Team haben also einen Disput mit meinem Hausverstand ausgelöst. Ihren Textern kann ich nur empfehlen der Realität ins Auge zu blicken, bevor sie blumige Sätze verwenden, die unwahr sind und nur zum Ziel haben, den Profit auf die Kosten empfindsamer Lebewesen zu schaden. Ihren Grafikern und Layoutern lege ich ans Herz, dass sich hinter dem konstruierten Schein oftmals eine brutale Wahrheit verbirgt, die man auch durch noch so große Headlines nicht verdrängen kann. Auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole: Ich denke dass Kälber, die ihnen verwehrte Heumilch gerne trinken würden, wenn sie denn nur könnten.

Mit besten Grüßen,
mein Hausverstand.

Gummibärchen: Gelatine aus tierischem Erzeugnis

Haben Sie gewusst, dass in den leckeren bunten Gummibärchen Gelatine enthalten ist? Und wenn ja: Haben Sie gewusst, dass diese Gelatine aus tierischem Erzeugnis produziert wird? Oder was in so einem Gummibär eigentlich genau enthalten ist? Und was man damit indirekt unterstützt?

Manchen Menschen ist es schon seit der BSE-Krise im Jahr 1999 bekannt. Manch anderen ist dieses Thema jedoch neu: Die Gelatine der leckeren HARIBO-Gummibärchen wird aus tierischen Produkten hergestellt. Folgendes ergab eine kurze Wikipedia-Recherche:

In Europa verwendete Speisegelatine wird zu

  • ca. 70 % aus Schweineschwarten hergestellt
  • 18 % aus Tierknochen
  • 10 % aus Häuten
  • 2 % andere Rohstoffe

Gelatine wird aus Abfallprodukten der Tierverarbeitenden Industrie gewonnen. Als Rohstoffe dienen Haut und Knochen von Schweinen. Erst die Gelatine verleiht den Bären die gummiartige Konsistenz.

HARIBO selbst rühmt sich auf ihrer eigenen Website damit nur qualitativ hochwertige Materialien zu verwerten. Das Unternehmen, das einen geschätzten Umsatz von bis zu 2 Milliarden Euro erzielt, produziert täglich 100 Millionen Goldbären. Gesegnet der, der bei solch einer Menge noch daran glaubt, dass die verwendeten Produkte von glücklichen Schweinen direkt vom Bauernhof stammen. Eher glaubhaft ist der Gedanke, dass hier Massentierhaltungsbetrieben unterstützt werden. In einem Internetblog fand ich sogar eine Hochrechnung, nach der nach 750 Schweine pro Tag nur für die Goldbärchen-Herstellung getötet werden müssen. Hierbei reden wir aber noch nicht von den ganzen anderen Gelatine-Produkten die es in der Süßigkeiten-Abteilung im Kaufhaus gibt.

Auch interessant: Drei Stück Gummibärchen entsprechen in etwa einem Stück Würfelzucker. Eine ganze Packung entspricht sogar 61 Stück Zucker. Dass so etwas also weder gut für die Zähne noch für die Figur ist, liegt auf der Hand. Manch einer denkt sogar, dass die kleinen Bären gesund sind, da sie wichtige Vitamine und Ballaststoffe enthalten. Der tägliche Bedarf kann selbstverständlich mit diesem ungesunden Essen nicht annähernd gedeckt werden. Im Gegensatz zum täglichen Verzehr von Obst und Gemüse. Neben Karies entstehen gerade bei Kindern oft früh Zuckerkrankheiten.

Alternativen zum Genuss von tierischen HARIBO-Gummibärchen gibt es genügend. Ein Besuch im Reformhaus reicht aus, um Produkte mit pflanzlicher Gelatine zu erwerben. In diesen ist außerdem auch noch weniger Zucker enthalten.

Wie man diese Erkenntnis nun in seinem täglichen Alltag umsetzt, beziehungsweise seinen Kindern weiter gibt, ist natürlich jedem selbst überlassen. Ein Großteil der Konsumenten ist jedoch nicht aufgeklärt und meiner Meinung nach, ist der Grund warum dies so ist, mehr als verständlich: Es rückt die kindgerechten Regenbogen-farbigen Süßigkeiten nämlich schlagartig in ein ganz anderes Licht.