App Store: Gezieltes Marketing für die eigene App

7 Milliarden Downloads konnte Apples App Store alleine im vergangenen Jahr verzeichnen. Das klingt nach einem großen Publikum, um sein Produkt zu bewerben und Umsätze zu erzielen. Warum sich der potenzielle Einkäufer trotz 350.000 weiterer Programme für das der eigenen Firma entscheiden soll, versuchte Hanns Kronenberg in einem ausführlichen Artikel im Magazin Website Boosting zu erklären. Die kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und einige weiterführende Informationen gibt es hier.

Benutzer suchen in den Top-Charts

Das Ziel: Die Top-Listen

Die meisten Downloads erzielt Apple durch das Schmökern der Benutzer im Store selbst, genauer gesagt in den “Top 25”- bzw. “Top 10”-Listen. Es sind also weniger Empfehlungen von Freunden, gesehene Werbung oder Blogartikel, die einen dazu bewegen ein Programm zu kaufen, sondern vielmehr die zwei Top-Download-Listen im Store. Diese Listen (kostenlose und kostenpflichtige Downloads) zeigen die meistgeladenen Apps der letzten 24-48 Stunden. Wer also in diesen Charts aufscheint, hat gute Chancen für einige Tage eine hohe Sichtbarkeit zu genießen und somit auch viele Downloads zu erhalten. Sobald der Bedarf bei den Benutzern gedeckt ist oder das Programm keinen guten Anklang findet, verschwindet man sehr schnell wieder aus diesen Rankings und tümpelt im schlimmsten Fall wieder in der ungesehenen Masse herum. Kronenberg erklärt anhand einiger Grafiken den schnellen Download-Abstieg vieler Apps bzw. Möglichkeiten, wie man nach einem derartigen Knick wieder den Sprung nach oben schafft.

Wie komme ich in die Chart-Listen?

Da die Chart-Listen die Top-Downloads der letzten ein bis zwei Tage anzeigen, ist es wichtig innerhalb von kurzer Zeit eine große Nachfrage zu generieren. Ein klarer Fall für das Unwort des Jahres “Buzz”. Folgende Möglichkeiten helfen dies zu erreichen:

  • Die App muss penibel genau getestet werden bevor Werbeaktionen starten, ansonsten geht der Schuss ganz schnell nach hinten los und man generiert Negativwerbung.
  • Innerhalb von kurzer Zeit muss über alle verfügbaren Kanäle Werbung geschalten werden. Dazu zählen unter anderem die eigene Website und soziale Netzwerke.
  • Wer als Firma agiert sollte Presseaussendungen verfassen, die ein paar Tage vor Launch an die nötigen Stellen verteilt werden. News- und Blogartikel sollten alle am Tag der Veröffentlichung erscheinen.
  • Kostenpflichtige Werbung kann sowohl auf Internetseiten als auch in anderen Apps geschalten werden.
  • Eine weitere Möglichkeit ist es, die App, sofern kostenpflichtig, anfangs preislich zu vergünstigen, um Bekanntheit zu generieren.

Um viele Menschen auf die eigene App aufmerksam zu machen, benötigt man also einen großen Wirbel innerhalb der ersten Tage. Eine Aufgabenstellung die neben viel Vorarbeit auch eine Portion Glück und natürlich eine gute App selbst voraussetzt.


Wir brauchen noch mehr Buzz!

Hat man es in die Chart-Listen geschafft ist man dort meistens auch schon nach kurzer Zeit wieder weg und generiert immer weniger Downloads. Um erneut in diese Listen zu gelangen sollte man die oben erwähnten Techniken nach ein paar Wochen oder Monaten wieder zünden. Ein Update der App und dazugehörigen News-Artikel, Werbungen etc. würden sich anbieten, um erneut Aufsehen zu erregen.

Genug Buzz erzeugt, was jetzt?

SEO-Berater Kronenberg erklärt im Artikel, dass die Auffindbarkeit in der App-Suche ein nicht zu vergessender Aspekt ist. Seine Analysen haben ergeben, dass die Store-Suche in erster Linie nach folgendem Muster abläuft: Der wichtigste Faktor ist der App-Name, danach der Name des Publishers und danach die Keywordliste. Genau danach sollte man seine App betitelt in den Store einstellen, um in der Suche rasch aufgefunden zu werden. Nach all dem Wirbel und der Werbung kommt Ruhe ein und es gibt lediglich einen großen Faktor der die eigene App weiter ins Gespräch bringen kann: Die Qualität. Nach einigen Monaten entscheidet sich, ob die App nützlich ist, die Benutzer es weiterempfehlen oder nicht.

Fazit

Um eine App erfolgreich im Store zu veröffentlichen braucht es viel Zeit zur Vorplanung, Geld zum Erstellen, Testen und Publizieren der App und eine Brise Glück damit das Vorhaben im richtigen Moment zündet. Viele Firmen investieren viel Geld, um eine App zu programmieren, wundern sich dann jedoch über den ausbleibenden Erfolg. Es ist das Zusammenspiel aus einem soliden Produkt und gutem Marketing, welches über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Schlussendlich bestimmen allerdings die Benutzer, über die Qualität der App. Und das ist auch gut so.

Sorgenkind iTunes 10 und die Ping-Sinnfrage

Welche Erkenntnisse bleiben nach der großen Apple-Keynote am Mittwoch? Herr Jobs erzählte uns, dass drei der iPod-Versionen (Shuffle, Nano, Touch) nun schlanker, cooler und hipper sind als zuvor, Apple TV furchtbar klein und günstig ist, iTunes in Version 10 zum Download bereit steht und mit Ping ein neues soziales Netzwerk an den Start geht.


Wer bereits gut eingedeckt mit Musikabspielgeräten aus dem Hause Apple ist und auch mit Apple TV nichts anfangen kann (in Österreich noch immer nicht nutzbar), der wird vermutlich letztere zwei Dinge ausprobieren und um die ein oder andere Frage nachher nicht drumrum kommen. Es lässt sich ja bekanntlich über Geschmack und somit das neue iTunes-Logo streiten. Natürlich kann man auch darüber philosophieren ob dieser neue kontrastarme Grau-Silber-Look schön ist, aber zumindest bei der Cover-Darstellung in der Albenliste besteht berechtigter Aufklärungsbedarf. Warum sind diese plötzlich so klein? Warum kann ich die Größe nicht mehr selbst, durch Schieben der Spaltenbreite, anpassen? Warum stehen Album-Name, Interpret und Bewertung plötzlich rechts vom Cover? Warum sehe ich bestimmte Cover gar nicht mehr?

Fragen die zumindest teilweise nach einigen Minuten rumgeklicke beantwortet werden. Gut versteckt im Spaltentitel, finde ich die Option, die Cover-Größe anzupassen. Klein, mittel und groß stehen zur Verfügung. In meinem Fall ist groß noch immer um fast das doppelte zu klein, als ich es gerne haben möchte. Möglichkeit dies zu ändern: Fehlanzeige. Zumindest das Verschwinden einiger Cover lässt sich durch die Option „Darstellung / Cover immer anzeigen“ verhindern.

Verwirrt klickt man auf den neuen Punkt „Ping“, der als Untermenüpunkt von „Store“ zu finden ist. Nach Bestätigung einiger Datenschutz-Seelenverkäufer gelange ich zu meinen Profileinstellungen. Mein Vor- und Nachname ist bereits ausgefüllt, genauso wie meine letzten Alben-Einkäufe unterhalb aufgeführt. Gut, dann denken wir mal nicht über Anonymität nach und laden ein Foto hoch. Alles geht langsam, der Ladebalken dreht sich und dreht sich und das tut er nach zwei Stunden und drei Neu-Start-Versuchen immer noch.

Was aber genau mit Ping anfangen? Man kann Künstlern (offizielle Accounts, bisher eine winzige Menge) folgen um Neuigkeiten zu erfahren. Gleiches kann man mit Personen tun, um zu erfahren was diese kaufen und hören, wem sie folgen und was sie kommentieren. Hört sich bekannt an, oder? Noch immer kein Avatar besitzend, folge ich sporadisch Leuten. Ich werde gefragt ob ich diesen Personen Zugriff auf meine E-Mail-Adresse, meinen Namen und mein Foto gewähre. Unter „Neueste Aktivitäten“ finde ich dann beispielsweise folgende Informationen: „Max Mustermann hat einen Musiktitel gekauft“ und „Thomas Thomson gefällt das Album XY“. Der Kauf-Button permanent in greifbarer Nähe. Der Anreiz da mitzutun hält sich in Grenzen, und die Frage kommt auf, ob ich überhaupt möchte, dass ein Haufen virtueller Bekanntschaften mitbekommt, mit welchem Musikeinkauf ich meine Kreditkarte belastet habe. Nach Stunden erscheint endlich mein hochgeladenes Foto und irgendwie bleibt einen das Gefühl nicht erspart, dass Ping noch lange nicht fertig ist.

Apple versucht einen bereits stark besiedelten Markt aufzurollen und hat, zugegebenermaßen, genug Geld, Erfahrung und Reichweite um dies zu schaffen. Man darf also gespannt sein was noch kommen wird. Um Facebook, Twitter, MySpace und last.fm und die damit verbundenen Künstler-Infos, mit einem lediglich via iTunes zugänglichen Social-Network-Dienst, anzurempeln, braucht es jedoch mehr. Im Internet tummeln sich bereits einige Anleitungen wie man zumindest die optischen Änderungen (Logo, Icons) von iTunes wieder rückgängig machen kann. Positives über diese Thematik sucht man meist vergebens.

Bestehende Features, wie die Cover-Darstellung, plötzlich zu entfernen, einen gewöhnungsbedürftigen Look einzuführen und einen halbfertigen Service freizuschalten ist vermutlich, dann doch ein bisschen zu viel für einen Keynote-Mittwoch. Schließlich mögen Menschen geballte Veränderungen nicht so gerne. Schon gar nicht, wenn sie diese nicht verstehen.

Last.fm: Mac-Client-Probleme nach iTunes 9.2.1 Update

Nach dem Update auf die neueste iTunes Version (9.2.1), kann es für Mac-User, die ihre Musik via iPod zu last.fm übermitteln, zu Problemen kommen. Die gehörten Lieder werden schlichtweg nicht mehr erkannt und iTunes startet auch nicht mehr automatisch, sobald der iPod an den Rechner angeschlossen wurde. Nach gescheiterten Versuchen, sowohl iTunes, als den last.fm-Client neu zu installieren, fand ich im offiziellen Support-Forum von last.fm Hilfe.


Hier wird eine neue, inoffizielle, Version zum Download angeboten, die dieses Problem zu bereinigen scheint. Da trotzdem noch vereinzelt User Probleme damit zu haben scheinen, ist diese Version wohl auch noch nicht public und für alle via Update-Funktion verfügbar.

Nach Installation der neuen last.fm-Client-Version funktionierte bei mir wieder alles einwandfrei (Neustart von iTunes und Client nicht vergessen). Bei weiteren Problemen kann ich folgenden Thread bzw. folgendes Unterforum von last.fm empfehlen. Viel Glück :-)