Google Suggest – Funktionsweise, Risiken, Analyse

Jeder Google-Nutzer verwendet das Feature Google Suggest täglich, doch nur wenig ist über die Funktionsweise, die Möglichkeiten und den Risiken für Seitenbetreiber bekannt. Als Google Suggest werden die Suchvorschläge bezeichnet, die der User direkt nach dem Tippen eines Wortes in den Suchschlitz vor sich sieht. Markus Koczy und Andre Alpar haben in der aktuellen Ausgabe des Website Boosting einen interessanten Artikel darüber verfasst. Die strukturierten Kernaussagen gibt es hier.

Wie funktioniert Google Suggest?

Beispiel 1: Suggest bei „Berlin Hotel“

Warum erhält ein Benutzer nach der Eingabe von “Berlin Hotel” die Vorschläge “Berlin Hotel günstig” und “Berlin Hotel Adlon”? Warum genau diese Vorschläge und keine anderen? Google Suggest versucht uns Vorschläge zu liefern, die wir in diesem Moment sehen möchten. Dies gelingt am einfachsten, wenn man Revue passieren lässt, was die eigenen Benutzer in den letzten Wochen und Monaten auf Google gemacht haben, was sie gesucht und danach geklickt haben. Am Ende sind es vier Faktoren, die darüber entscheiden, welche Vorschläge Google dem Benutzer zurückliefert:

  • Suchhäufigkeit
    Wird der Begriff “Berlin Hotel günstig” immer und immer wieder gesucht, ist dies ein Indiz, dass der jetzt nach “Berlin Hotel” suchende Benutzer auch Interesse daran haben könnte.
  • Verhalten des Benutzers
    Gibt ein Großteil der Besucher nach der Eingabe “Berlin Hotel”, das Wort “günstig” ein, um seine Suchergebnisse zu filtern, ist dies ebenfalls ein Hinweis darauf, dass der aktuelle Benutzer sich ähnlich verhalten könnte.
  • Ort des Benutzers
    Google ist bekannt, wo sich der gerade Suchende geografisch befindet. Diese Information nutzt Google, um lokale Vorschläge zu liefern. Bei der Eingabe eines Dortmunders mit dem Wort “Einkaufszentrum”, kann es gut sein, dass er einen Vorschlag für “Einkaufszentrum Dortmund” erhält.
  • Frequenz, Trends
    Google erkennt aktuelle Trends. Werden bestimmte Wörter innerhalb eines kurzen Zeitraumes sehr oft eingegeben, ist davon auszugehen, dass diese (derzeit) auch für andere Benutzer interessant sein könnte. Findet momentan die Hochzeit von William und Kate statt, wird dies in den Vorschlägen bei der Eingabe von “Hochzeit” miteinberechnet, obwohl dies vor zwei Wochen noch nicht der Fall gewesen wäre.

Vor- und Nachteile


Beispiel 2: Suggest bei „Kreditkarte“

Die Vorzüge von Google Suggest liegen für den Benutzer auf der Hand: Tipparbeit wird erspart und Ergebnisse werden treffsicher gefiltert. Einige Seitenbetreiber leiden jedoch unter diesem Feature, welches inzwischen seit über einem Jahr auf Google Deutschland zu finden ist.

  • Vorteil für Marken, Nachteil für kleinere Unternehmen
    Da die Suchhäufigkeit in Google Suggest eine wichtige Rolle spielt, haben große Marken Vorteile. Überlegt man beispielsweise ob man eine Kreditkarte kaufen möchte, erscheint als Vervollständigung der Begriff “Sparkasse” bzw. “Deutsche Bank”. Es kann sein, dass der User sich gleich für eine Bank entscheidet, da er diese kennt. Somit kann es sein, dass er andere Anbieter vollkommen ignoriert. Kleinere Brands werden dadurch benachteiligt.
  • Neuorientierung der User
    Das “Kreditkarten”-Beispiel lässt erkennen, dass auch größere Firmen benachteiligt werden können, wenn beispielsweise zu den Ergänzungen das Wort “gratis” als Vorschlag hinzugefügt wird. Der Benutzer hätte eventuell zuvor nicht mit einer derartigen Möglichkeit gerechnet und verhält sich möglicherweise anders, als ohne diesem Vorschlag.
  • Rufschädigung
    Es ist bekannt, dass viele User statt direkt auf die Website eines “Brands” zu gehen, diesen zuerst in Google eintippen. Nehmen wir hier als Beispiel den Namen eines Website-Hosters auf deren Website ich mir ein neues Paket kaufen möchte. Plötzlich sehe ich als Vorschläge “Name des Hosters Abzocke” oder “Name des Hosters Bertrug”. Es ist gut möglich, dass ich zuerst ansehe, was bei diesen Resultaten erschienen ist oder noch schlimmer: direkt eine Alternative wähle. Für Unternehmen ist eine derartige virale Rufschädigung ein ernstzunehmendes Thema und mit Umsatzeinbußen verbunden.

Was kann der Seitenbetreiber machen?

Keyword-Analyse mit Daten von Google Suggest

Eine gute Nachricht für den Benutzer und eine schlechte für Suchmaschinenexperten: ein Beeinflussen des Vorschlags-Ranking ist nur schwer, bis gar nicht möglich, da diese Daten intelligent durch vergangenes Userverhalten erstellt wurden. Ein paar wenige Dinge ermöglicht Google den Web-Analyst jedoch trotzdem:

  • Keyword und Trendanalyse
    Um zu ermitteln welche weiteren Optimierungen für die Seite notwendig sind, liefert Google Suggest nützliche Keyword-Daten mit denen weitergearbeitet werden kann. Damit die Suche etwas einfacher vonstatten geht, werden im Artikel zwei Tools vorgestellt: Long Tail Keyword Tool und Übersuggest.
  • Analyse
    Haben jene Benutzer, die via Google auf meine Seite gekommen sind, die Suggest-Funktion genutzt? Diese Information kann für den Analyst von Interesse sein. Google liefert in der Referrer-URL zwei Parameter mit, die es ermöglichen diese Daten zu beziehen:
    • Parameter “q beinhaltet das Keyword, das nach dem Suggest gewählt wurde (z.B.: Kreditkarte günstig).
    • Parameter “oq beinhaltet den originalen Suchbegriff, also jener Begriff der vom User selbst eingegeben wurde, bevor er die Vorschläge zur Hilfe genommen hat.

Fazit

Google Suggest läutet ein, woran sich das restliche Internet ebenfalls richten sollte und teilweise mit dem Panda-Update weitergeführt wird: die Gewinner der Zukunft erstellen Content für den Benutzer, arbeiten an hilfreichen Erweiterungen für den Anwender und lernen aus vergangenen Nutzerverhalten. Das positive Resultat soll das Internet zu einem besseren Ort machen und bessere Produkte am Markt stärken. Sofern ein Unternehmen gravierende Nachteile durch Google Suggest erhält, wird es Zeit gegenzusteuern: am besten mit besseren Produkten, gutem Feedback und zufriedenen Usern. So wie es sein sollte.

Gezielte Webseiten-Analyse mit ClickTale

ClickTale Logo

CustomerExperience Analytics

Das Ziel jeder Internetseite sollte sein, dem Besucher auf schnellstem Weg zur gewünschten Information zu leiten. Eine denkbar einfache Aufgabenstellung wird für viele Webentwickler zum spekulativen Tasten im Dunkeln. Trotz Tools wie Google Analytics, A/B-Testings oder Umfragen bleiben bei den Seitenbetreibern einige Fragen unbeantwortet: Was macht der Besucher genau auf der eigenen Webseite? Wohin bewegt er seine Maus? Welchen Bereich der Seite fokussiert er stärker? Wohin scrollt er? Wohin lenkt er seine Aufmerksamkeit? Versteht er die Navigation oder das Registrierungs-Formular? Wer zum Verbesssern seiner Seite diese detailierten Informationen benötigt, dem sei der Dienst ClickTale wärmstens ans Herz zu legen.

Was macht ClickTale genau?

Das Projekt ClickTale ist kein neumoderner Hype, sondern ein seit 2006 existierendes Analyse-Tool aus Israel mit mehr als 50.000 Kunden. ClickTale erstellt Mitschnitte von Seitenbesuchen, die man sich später, ähnlich einer Bildschirmaufnahme, ansehen kann. Was sich für die Besitzer kleinerer Websites eventuell als unnötige Spielerei anhört, ist für große Portale und Online-Shops unverzichtbar. Nach dem Betrachten einiger Mitschnitte, entsteht schnell ein Bild, wie Besucher die eigene Seite nutzen, wohin sie sich bewegen, wohin sie klicken und wann und vor allem wo sie die Seite verlassen. Dies ist jedoch nur die Spitze des funktionalen Eisberges von ClickTale.

Hier ein kleiner Überblick in Videoform:


Weiterer Funktionsumfang:

ClickTale bietet weiters grafische Heatmaps zum Analysieren der Mausbewegungen bzw. der Klicks. So lässt sich erkennen, in welchen Bereich sich der Besucher bewegt und agiert. Sofern dies nicht den Wünschen des Webseiten-Betreibers entspricht, kann Mithilfe dieser Informationen gezielt eine Änderung vorgenommen werden. Auch Conversion-Testings sind möglich und messbar. Möchte man Beispielsweise, dass der Nutzer nach dem Einsteigen auf die Startseite, ein paar Artikel im Shop ansieht und danach einen kauft, so kann dieses Ziel (Conversion) in ClickTale definiert werden. Später ist es möglich beide Benutzer-Seiten (Ziel erreicht, Ziel nicht erreicht) zu betrachten und Seiten-Optimierungen daraufhin durchzuführen.

Verhalten sich Benutzer, die via Google auf meine Seite gekommen sind und den Internet Explorer 6 nutzen, anders als jene, die direkt meine Website ansteuern und den Firefox benutzen? Mit umfangreichen Filterungen der Mitschnitte, können unterschiedliche Paramter miteinander verglichen und analysiert werden. Mit dem Tool lassen sich außerdem Online-Formulare und der Umgang der Benutzer mit diesen, genau nachvollziehen und später mit den gewonnen Erkenntnissen optimieren.

Qualität kostet Geld

ClickTale ist ein mächtiges Tool zur Verbesserung der eigenen Seite und das hat seinen Preis. Die Kosten sind gestaffelt nach Funktionsumfang und Anzahl der Seitenaufrufe. Die monatlichen Ausgaben betragen 99 USD bis zu 990 USD. Das Testen der wichtigsten Funktionen ist sogar gratis möglich, hier sind die Aufzeichnungen jedoch auf 400 Stück beschränkt.

Fazit

ClickTale stellt eine sinnvolle Erweiterung der bereits bekannten Trackingtools wie Google Analytics dar und gewährt interessante Informationen, um sein Online-Projekt kontinuierlich und gezielt zu verbessern und die gewünschte Zielerreichung der Benutzer zu steigern. Ein Analyse-Tool also, welches durch seine Möglichkeiten der Online-Usability-Tests, Licht ins Dunkel bringt und es dem Seitenbetreiber erlaubt, gezielt Verbesserungen durchzuführen.

Weiterführende Links: